Pokémon Go: Von Pikachu in die Wirklichkeit

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In der Verbindung von Realem und Fiktionalem steckt das Vergnügen am Entdecken und am Abenteuer. Es könnte unser Verhältnis zu unseren Lebensräumen grundlegend verändern.

Pokémon ist ein Spiel für 8-Jährige, jedenfalls gefühlt. Wieso jetzt in Berlin, Tokyo und New York alte und junge Menschen herumlaufen, auf ihre Smartphones starren und Magnetilos, Voltobals und Krabbys jagen, ist also nicht ganz nachvollziehbar. 1996 erschien Pokémon in seiner ersten Inkarnation als Videospiel. Das Sammelkartenspiel und die Anime-Serie folgten bald. Der Erfolg kam unerwartet – die Macher waren selbst überrascht.

Seitdem gehören die »Pocket Monster« (daraus entstand der Name Pokémon) zu unserer popkulturellen Matrix – das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg, dass ein Produkt, das außerhalb der USA kommt, das geschafft hat. Für den Kulturwissenschaftler Joseph Tobin, der 2004 die Pokémon-Erfolgsgeschichte nachzeichnete, war das Pokémon-Phänomen ein zeitlich begrenzter Hype, der von 1996 bis 2000 seinen Höhepunkt erreichte. Es zeigt sich nun, dass die Taschenmonster wohl einen längeren Lebenszyklus vor sich haben.

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