Wovon sprechen wir, wenn wir von künstlicher Intelligenz sprechen?

Foto: Alession Lin on Unsplash

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem geschlossenen Raum. Durch den Türschlitz werden Ihnen Zettelchen zugesteckt, auf denen chinesische Schriftzeichen stehen. Gehen wir davon aus, dass Sie selbst kein Wort Chinesisch sprechen. Aber im Zimmer gibt es Handbücher, Regeln und Anweisungen, mit denen Sie die Zeichen verarbeiten und daraus passende Antworten erzeugen können.

Da Sie kein Wort Chinesisch verstehen, müssen Sie sich bei Ihren Antworten komplett auf die Anweisungen verlassen und ihnen Schritt für Schritt folgen. Sie schreiben also die entsprechenden chinesischen Zeichen auf den Zettel und geben sie durch den Schlitz wieder heraus. Sie machen nichts anderes als ein Computer (natürlich sehr viel langsamer): Sie verarbeiten einen Input anhand von vorher festgelegten Algorithmen und geben das Ergebnis aus.

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Text auf goethe.de: „Feminismus und Medienkunst – Vom echten Leben im Cyberspace“

Marilyn Artus via Wikimedia Commons, CC BY-SA

Medienkunst als neues Genre versprach Künstlerinnen, aus den festgeschriebenen Geschlechterrollen des Kunstbetriebs ausbrechen zu können. Sie mussten allerdings bald feststellen, dass eine neue Kunstrichtung nicht automatisch neue gesellschaftliche Strukturen mit sich bringt. So zeigte sich auch im Internet, dass Künstlerinnen seltener ausgestellt und eingeladen wurden.

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Ich war hier, das ist meins

Selfie um 1900
Selfie um 1900

Einige Überlegungen zum Bild im Netz.

„Thomas Pynchon loved this book, almost as much as he loves cameras!“ – Thomas Pynchon in The Simpsons, Diatribe of a mad housewife. 

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Was ist öffentlich? Die vorherrschende Idee von Öffentlichkeit ist, dass es ein Ort ist, wo Menschen zusammenkommen, um Probleme des öffentlichen Lebens zu besprechen und möglichst Lösungen dafür zu finden. Diese Öffentlichkeit ist im Verschwinden begriffen, sagen die Soziologen.

Wenn es sie denn je gab. Denn was in dieser Definition nicht erwähnt wird ist, dass nicht alle Mitglieder der Gemeinschaft zusammenkommen – weder früher noch heute. Die Gemeinschaft definierte sich durch Ausschluss. Die Öffentlichkeit in der Antike (die als Modell/Vorbild für unsere Öffentlichkeit dient) war Männern vorbehalten (auch nur ganz bestimmten Männern), während Frauen die privaten Sphäre vorbehalten war.

In den 1970er Jahren hieß es „Das Private ist politisch“. Alles ist politisch, nicht nur die Politik. Wie wir leben, wie wir arbeiten, wie wir unsere Kinder erziehen, wie wir Fotos machen und sie zeigen. Die Sphären zwischen Öffentlich und Privat fingen spätestens dann an sich zu vermischen.

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Pokémon Go: Von Pikachu in die Wirklichkeit

Foto: David Grandmougin on Unsplash

In der Verbindung von Realem und Fiktionalem steckt das Vergnügen am Entdecken und am Abenteuer. Es könnte unser Verhältnis zu unseren Lebensräumen grundlegend verändern.

Pokémon ist ein Spiel für 8-Jährige, jedenfalls gefühlt. Wieso jetzt in Berlin, Tokyo und New York alte und junge Menschen herumlaufen, auf ihre Smartphones starren und Magnetilos, Voltobals und Krabbys jagen, ist also nicht ganz nachvollziehbar. 1996 erschien Pokémon in seiner ersten Inkarnation als Videospiel. Das Sammelkartenspiel und die Anime-Serie folgten bald. Der Erfolg kam unerwartet – die Macher waren selbst überrascht.

Seitdem gehören die »Pocket Monster« (daraus entstand der Name Pokémon) zu unserer popkulturellen Matrix – das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg, dass ein Produkt, das außerhalb der USA kommt, das geschafft hat. Für den Kulturwissenschaftler Joseph Tobin, der 2004 die Pokémon-Erfolgsgeschichte nachzeichnete, war das Pokémon-Phänomen ein zeitlich begrenzter Hype, der von 1996 bis 2000 seinen Höhepunkt erreichte. Es zeigt sich nun, dass die Taschenmonster wohl einen längeren Lebenszyklus vor sich haben.

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New text about the Nervous Systems exhibition in Berlin

Mari Bastashevski, Shreds of accountablity, 2014 Photo: Laura Fiorio / Haus der Kulturen der Welt

„Nervous Systems – Algorithms and our everyday life“

What does the comic book heroine Wonder Woman have to do with the lie detector? How is the Situationists’ dérive connected to Google Map’s realtime recordings of our patterns of movement? Do we live in Borges’ story “On Exactitude in Science” where the art of cartography became so perfect that the maps of the land are as big as the land itself? These are the topics of the Nervous Systems exhibition. Questions that are pertinent to the state of the world we are in at this moment.

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Interview mit Mark Terkessidis bei iRights.info

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Mark Terkessidis beim ABC des Freien Wissens, Foto: Christopher Schwarzkopf (WMDE), CC BY-SA 4.0

Ich habe vor einigen Wochen Mark Terkessidis über sein neues Buch „Kollaboration“ interviewt – das Interview ist gestern bei iRights.info erschienen: „Kollaboration ist keine Sozialromantik“.

Der Autor und Kulturwissenschaftler Mark Terkessidis hat ein Buch über „Kollaboration“ geschrieben und befasst sich darin mit neuen Formen des Zusammenarbeitens. Im Interview erläutert er, warum er den Begriff trotz negativer Beiklänge für brauchbar hält, um neue Phänomene der Opposition und der Selbstorganisation in der Gesellschaft zu beschreiben.

Interview mit Rob Reid

Galaxy Tunes von Rob Reid

Die zynischsten, räuberischsten, raffgierigsten Copyright-Regelungen des Universums

Im Interview erzählt Science-Fiction-Autor und Listen.com-Gründer Rob Reid, wie er auf die Idee kam, einen Roman über Copyright und Aliens zu schreiben. Was ist das Problem mit den Urheberrechten auf der Erde, und wie können Kreative Geld verdienen?

Mehr bei iRights.info…

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