Schlagwort-Archive: Urheberrecht

re:publica 2013: ich war auf nem Panel

Diese Woche war re:publica und ich war dabei. In einer ganz kleinen Rolle. Ich habe mit Ronny Kraak vom Kraftfuttermischwerk und Rene Walter von Nerdcore über das Thema Netzkultur versus Urheberrecht geredet. Es war super voll: der Stage-3-Raum ist nicht gerade klein (ich bin schlecht im Schätzen) und trotzdem standen hinten noch bestimmt 100 Leute. Thema Urheberrecht zieht also doch noch. Bei Nerdcore gibts eine kurze Zusammenfassung und das Chuck-Norris-Gif mit Erklärung, was es mit dem Urheberrecht zu tun hat.

Schön war dann gestern die Nachricht, dass die Klage gegen Ronny Kraak, über die wir hauptsächlich geredet haben, zurückgewiesen wurde. Er soll nämlich unrechtmäßig Fotos von einem Schlangenkuchen gepostet haben – sagte die Foto-Agentur, die wohl die Rechte besaß. Das Gericht sah das aber anders – genaueres kommt dann in der schriftlichen Urteilsbegründung, die aber noch nicht vorliegt.


Video-Mitschnitt der Re:publica (CC BY-SA)

Neuer Text: Facebook – Wem gehören meine Daten?

Foto: Dave Rutt, CC BY-NC-SA

Ein neuer Text über Facebook, Datensammeln und Datenschutz ist bei iRights.info und bei klicksafe.de erschienen.

Soziale Netzwerke sammeln Daten – so weit, so gut. Welche das sind und was mit ihnen geschieht, darüber gibt es Gerüchte und Halbwissen. Facebook ist gegenwärtig das meistgenutzte soziale Netzwerk, deshalb nehmen wir es als Beispiel und stellen dar, welche Daten erhoben werden und was damit passiert.

Ich habe ihn zusammen mit dem iRights-Kollegen Alexander Wragge geschrieben. Er ist ziemlich lang geraten, dafür erklären wir aber ausführlich, welche Daten Facebook sammelt, was Tracking, Anwendungen, umgehende Personalisierung ist und wie ich meine Daten bei Facebook anfordern kann.

Der Inhalt:

  • Das Geschäftsmodell von Facebook oder: Wozu verwendet Facebook die Daten?
  • Datenschutzprobleme: Wenn Dritte Zugang haben wollen
  • Welche Daten Facebook sammelt
  • Cookies und Tracking per „Gefällt mir“-Button und Facebook-ID
  • Daten an Spiele und Anwendungen
  • Umgehende Personalisierung und Einmalanmeldung
  • Facebook mit Pseudonym nutzen
  • Transparenz: Wie erfahre ich, welche Daten Facebook über mich gesammelt hat?
  • Facebook-Account löschen

 

BPB-Band „Politik trifft Kunst“

Buch "Politik trifft Kunst

In der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung ist schon im Juli der Band „Politik trifft Kunst“ erschienen. Herausgegeben von Anja Besand handelt er vom Verhältnis zwischen politischer und kultureller Bildung.

Wenn Christo den Deutschen Reichstag verhüllt, ist das dann Kunst oder Politik? Die bebilderte und schrill gestaltete Aufsatz-Sammlung behandelt die Frage, wie gut Kunst und Politik auch in Bildungsprozessen zusammenpassen. Es werden Gemeinsamkeiten und Kooperationen gezeigt, aber auch Gegensätze und Kontroversen.

Ich habe dazu auch einen Aufsatz beigetragen unter dem Titel „Mit einem Bein im Knast? Urheberrechtliche Aspekte kultureller und politischer Bildung“. Soweit ich es sehe, gibt es das Buch nicht als PDF. Man kann es aber für 4,50 EUR bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellen. Eine Leseprobe plus Inhaltsverzeichnis gibt es aber immerhin.

„No Copyright“ im HBC Berlin

Leonhard Dobusch, Valie Djordjevic und Joost Smiers im HBC Berlin
Foto: Julia Schrader, cc-by-nd 2.0 Deutschland

Am Dienstag habe ich (mit iRights.info und dem Alexander-Verlag) das Buch „No Copyright“ von Joost Smiers und Marieke van Schejndel vorgestellt. Joost Smiers diskutierte mit Leonhard Dobusch und dem Publikum, ob wir wirklich Urheberrecht brauchen, um unsere Kulturproduktion zu organisieren.

Pit Schultz von Reboot.fm hat dankenswerterweise die Diskussion aufgezeichnet und uns zur Verfügung gestellt.

“Freie Lizenzen für Bildende Kunst” auf reboot.fem

Artwiki Room BerlinBiennale #7 2012

Am Sonntag habe ich mich mit Pit Schultz über Kunst und Urheberrecht unterhalten im Rahmen des Radio Jour Fixe von Reboot.fm.

Die Urheberechtsdebatte polarisiert Künstler und Konsumenten. Zwischen
Recht auf Privatkopie und Kompensation der Autoren öffnet sich ein
Feld ungelöster Fragen; polemischer Zuschreibungen sowie technischer
politischer und kultureller Hilflosigkeit. Schnell legen die Parteien
Stellungnahmen ab, die für Musiker, Schriftsteller und deren Verlage
abzuzielen scheinen. Wie steht es jedoch mit den Möglichkeiten
digitaler Distribution besonders für die Bildende Kunst? Welche Rolle
spielen Freie Lizenzen wie Creative Commons und Art Libre?

Mein Kollege John Weitzmann von iRights.info konnte leider aus familiären Gründen nicht dabei sein, was schade war, da er als Legal Head von Creative Commons sicherlich noch Interessantes hätte beitragen können. Aber auch so war es ein lebhaftes Gespräch über die im Augenblick sehr hitzig geführte Debatte um das Urheberrecht. Es ging unter anderem um die Fragen, wer verdient eigentlich das Geld in der Kulturindustrie, was ändert sich mit dem Internet und wieso verfassen grade jetzt alle Urheberrechtsmanifeste.

Die Audiodatei ist jetzt online.

Recht auf die Kopie

In der Tageszeitung Neues Deutschland ist ein Text von mir erschienen zum Thema Kopieren, Internet und was das für die Kunst bedeutet: „Recht auf die Kopie – Internet und Urheberrecht“:

Die digitale Revolution bedeutet einen ähnlichen Umbruch wie die Erfindung des Buchdrucks. Ist der Urheber der alleinige Schöpfer eines Kunstwerks? Ist Abschreiben eine Kunst? Wie sollen Künstler ihr Brot verdienen?
Das Urheberrecht: vor zehn Jahren war es noch ein Nischenthema, heute brennt es allen auf den Nägeln. Facebook-Nutzer kriegen Abmahnungen, weil sie Disneyfiguren als Profilbildchen benutzen, die sogenannte Contentindustrie (Medienunternehmen) stöhnt über illegale Downloads von Filmen und Musik, die Urheber (nach denen das Recht benannt wurde) fühlen sich nicht respektiert – weder finanziell noch ideell. Alle sind unzufrieden.