Diese Woche war re:publica und ich war dabei. In einer ganz kleinen Rolle. Ich habe mit Ronny Kraak vom Kraftfuttermischwerk und Rene Walter von Nerdcore über das Thema Netzkultur versus Urheberrecht geredet. Es war super voll: der Stage-3-Raum ist nicht gerade klein (ich bin schlecht im Schätzen) und trotzdem standen hinten noch bestimmt 100 Leute. Thema Urheberrecht zieht also doch noch. Bei Nerdcore gibts eine kurze Zusammenfassung und das Chuck-Norris-Gif mit Erklärung, was es mit dem Urheberrecht zu tun hat.
Schön war dann gestern die Nachricht, dass die Klage gegen Ronny Kraak, über die wir hauptsächlich geredet haben, zurückgewiesen wurde. Er soll nämlich unrechtmäßig Fotos von einem Schlangenkuchen gepostet haben – sagte die Foto-Agentur, die wohl die Rechte besaß. Das Gericht sah das aber anders – genaueres kommt dann in der schriftlichen Urteilsbegründung, die aber noch nicht vorliegt.
Ein neuer Text über Facebook, Datensammeln und Datenschutz ist bei iRights.info und bei klicksafe.de erschienen.
Soziale Netzwerke sammeln Daten – so weit, so gut. Welche das sind und was mit ihnen geschieht, darüber gibt es Gerüchte und Halbwissen. Facebook ist gegenwärtig das meistgenutzte soziale Netzwerk, deshalb nehmen wir es als Beispiel und stellen dar, welche Daten erhoben werden und was damit passiert.
Ich habe ihn zusammen mit dem iRights-Kollegen Alexander Wragge geschrieben. Er ist ziemlich lang geraten, dafür erklären wir aber ausführlich, welche Daten Facebook sammelt, was Tracking, Anwendungen, umgehende Personalisierung ist und wie ich meine Daten bei Facebook anfordern kann.
Der Inhalt:
Das Geschäftsmodell von Facebook oder: Wozu verwendet Facebook die Daten?
Datenschutzprobleme: Wenn Dritte Zugang haben wollen
Welche Daten Facebook sammelt
Cookies und Tracking per „Gefällt mir“-Button und Facebook-ID
Daten an Spiele und Anwendungen
Umgehende Personalisierung und Einmalanmeldung
Facebook mit Pseudonym nutzen
Transparenz: Wie erfahre ich, welche Daten Facebook über mich gesammelt hat?
Ars Electronica | Susi Rogenhofer on Flickr, CC-BY-NC-SA 2.0
I am talking on April 9 at Supermarkt Berlin with lots of other Berlin media art women about my work in the 15 years I’ve been active. There will be lots of other lovely women presenting so it definitely will be interesting.
Featuring presentations from Tatiana Bazzichelli, Valie Djordjevic, Andrea Goetzke, Kathy Rae Huffman, Claudia Kefer, Julia Kloiber, Lisa Lang, Tina Mariane Krogh Madsen, Diana McCarty & Michelle Thorne. Moderated by Ela Kagel & Michelle O’Brien.[...]
Despite this large female contingent, and in a city where the workforce is generally evenly distributed, it is at odds that the theoretical discourse on media art and net activism, executive roles and directorships, as well panelists and participants at events and festivals, are still male-dominated. In a forward-thinking city like Berlin, this ongoing gap should be addressed so that the wider fields of media arts and activism are fully inclusive of the multitude of female skills and viewpoints on offer.[...]
This evening will provide an opportunity to get to know this community, share inspirations, identify trending themes in the field, and gauge both common resources and grounds for future collaborations – all in an informal, conversational setting. Whilst the focus of this event will be on the diversity of Berlin’s female media art community, anyone is invited to attend.
Am 24. Januar habe ich bei den tschk!talks Mashup-Videos gezeigt. Weil es so schön war und mich einige Leute danach gefragt haben, kommt hier die Playlist. Die Videos sind alle hier und da im Netz verfügbar – natürlich in Netzqualität. Ich habe versucht in diesen 11 Videos die Vielfalt von Remix-Videos zu zeigen, sowohl zeitlich (die Videos reichen von 1942 bis heute) als auch inhaltlich (Kunst, Politik, Musik, Popkultur usw.)
1. Charles A. Ridley: Gen. Adolph takes over, GB 1942, 1:51 min
Als es noch kein Fernsehen gab, wurden Nachrichten im Kino gezeigt. Die Universal Newsreels liefen zwischen 1929 und 1967 zweimal wöchentlich mit jeweils sechs bis sieben Beiträgen, teils informativ, teils unterhaltsam. Dieser Film wurde angekündigt wie folgt: „The cleverest anti-Nazi propaganda yet! You will howl with glee when you see and hear what our London newsreel friends have cooked up for Hitler and his goose-stepping armies. The ‚Nasties’ skip and sway in tune to the Lambeth Walk!“ Das Material stammt aus Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“. David Pachali hat damals bei iRights.info den verschiedenen Verkörperungen nachgespürt.
2. Dara Birnbaum Technology/Transformation: Wonder Woman, USA 1978, 5:22 min
Auch vor dem Internet gab es schon Remixe. Die amerikanische Künstlerin Dara Birnbaum hat 1978 mit „Wonder Woman“ die Schnittstellen von Technologie und Frauenkörpern untersucht.
3. Jonathan McIntosh Buffy vs Edward – Twilight Remixed, USA 2009, 6:03 min
Jonathan McIntosh betreibt die Internetseite www.rebelliouspixels.com, ist Mitglied der Open Video Alliance und Redakteur von www.politicalremixvideo.com. Sein Video kombiniert die Vampirjägerin Buffy aus der gleichnamigen amerikanischen Fernsehserie mit der Figur des Edward aus Stephenie Meyers „Twilight“-Saga („Biss zum Morgenrauen“, „Biss zur Mittagsstunde“ etc.). In seinem Blog erzählt er ein bisschen über die Hintergründe.
Vor etwa zwei Wochen berichtete der Guardian, dass Bluemoose Books – ein kleiner Verlag aus Yorkshire – versucht hatte, auf dem Trittbrett des BDSM-light-Bestsellers „50 Shades of Grey“ ein paar Pfund zu verdienen. Der Plan war, eine unauthorisierte Biographie des fiktionalen Millionärs Christian Grey – Frauenschwarm und Held des Romans – zu veröffentlichen und damit den Verlag zu sanieren. Als Bluemoose Books diese Neuigkeit ankündigte, wurde der Verlag mit Anfragen von weiteren Verlagen aus dem In- und Ausland überschüttet – ja sogar Hollywood soll angerufen haben, um die Rechte zu kaufen. Read the rest of this entry »
Seda Gürses ist Informatikerin und beschäftigt sich schon seit langem mit Fragen von Privacy – sowohl mit technischen Lösungen als auch mit den gesellschaftlichen Folgen. Im Interview sprechen Philipp Otto und ich mit ihr darüber, wieso alle immer nur über Facebook reden, wenn es um Datenschutz geht, und warum Webtracking so lange ignoriert wurde:
Was den Datenschutz angeht, ist Facebook das Sorgenkind unter den sozialen Netzwerken. Kaum eine Woche vergeht, dass keine neuen Vorwürfe fallen: ob Datensammeln, Privatsphäre-Einstellungen oder Gesichtserkennung. Informatikerin und Privacy-Expertin Seda Gürses über die Frage, wo die wirklichen Probleme liegen.
Millionen von Nutzern sahen auf kino.to jahrelang kostenlos aktuelle Filme und Serien. 2011 wurden die Betreiber festgenommen und die Plattform geschlossen. Die Rechtslage bleibt schwierig.
Wir haben bei iRights heute unseren Jahresrückblick Netzpolitik unter dem Titel „Das Netz 2012“ veröffentlicht. Dafür haben wir sogar einen Verlag gegründet – iRights.media, in dem natürlich in Zukunft auch noch andere Bücher erscheinen sollen: Watch this space! Das Heft bietet Artikel von Gastautoren, Interviews und Features zu Themen wie ACTA, Datenschutz in sozialen Netzwerken und Netzneutralität. Ich habe dazu eine kleine Nachricht für iRights.info geschrieben:
Die Redakteure sprachen dabei mit Netzexperten wie dem Internet-Governance-Fachmann Wolfgang Kleinwächter, dem Datenschützer Peter Schaar und der CCC-Sprecherin Constanze Kurz. Gastautoren wie Zeit-Online-Chefredakteur Wolfgang Blau, Datenjournalist Lorenz Matzat oder Hauke Gierow und Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen geben Einschätzungen zu Themen wie die Zukunft des Journalismus, Open Data und Überwachungssoftware in autoritären Regimen. Daneben schreibt die iRights.info-Redaktion über ACTA, Kino.to oder Googles Suchalgorithmen.
Die Inhalte des Jahresrückblicks sind dabei in der Regel unter Creative-Commons-Lizenzen freigegeben – wie auch sonst bei iRights.info. In den nächsten Wochen veröffentlichen wir nach und nach die Texte und Interviews auf unserer Website. Das heißt jedoch nicht, dass es sich nicht lohnt, „Das Netz 2012 – Jahresrückblick Netzpolitik“ zu kaufen. Als Magazin bietet der Jahresrückblick eine großzügige Gestaltung mit vielen Fotos und Grafiken. Im Paket gibt das Magazin einen kompakten Überblick über das Jahr 2012.
Ich habe für das Heft einen Text über Kino.to geschrieben, Interviews geführt und redigiert und Korrektur gelesen. Es war viel Arbeit – vor allem in den letzten Tagen, bevor wir es beim Drucker abgeben mussten, aber das ist wahrscheinlich nichts ungewöhnliches. Die Texte werden nach und nach auf iRights.info veröffentlicht. Das Heft selbst kostet 14,90 als Papierexemplar und 4,99 als E-Book, bestellbar entweder direkt bei iRights.media oder den üblichen Händlern.
iRights Cloud ist eine neue Website von iRights.info, die über die Entwicklungen im Cloud Computing aufklärt und informiert. Finanziert wurde das Ganze vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Aus der Presserklärung zum Start:
Cloud-Anwendungen sind im digitalen Alltag inzwischen allgegenwärtig. Fotos, Musik, Filme und Dokumente werden heute von den Internet-Nutzern nicht nur auf die eigene Festplatte, sondern auch in die Cloud gespeichert und in der Cloud genutzt. Doch kaum jemand ist sich bewusst, welche Vertragsverhältnisse damit einhergehen, welche Risiken damit verbunden sind und welche Sicherheitsmaßnahmen man vornehmen sollte.
Hier tritt das Informationsportal iRIGHTS CLOUD auf den Plan. Es dient als Anlaufstelle für Verbraucher, die sich über praktische Hürden, gesellschaftliche Entwicklungen und rechtliche Voraussetzungen rund um das Thema Cloud-Computing informieren wollen. Die Texte stehen kostenlos und unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung.
Die Inhalte werden von der Redaktion der Informationsplattform iRights.info erstellt. iRights.info informiert seit 2005 unabhängig und institutionell ungebunden zum Thema Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt. Dafür wurde das Portal mehrfach ausgezeichnet.
Neben Basisinformationen zu Cloud-Computing präsentiert iRIGHTS CLOUD aktuelle Nachrichten, Interviews und Einschätzungen von Experten und Hintergrund-Texte zu technischen und gesellschaftspolitischen Entwicklung rund um Cloud-Computing. Das Ziel ist es, Diskussionen anzuregen, mit Verbrauchern und Interessierten ins Gespräch zu kommen und aufzuklären.
In der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung ist schon im Juli der Band “Politik trifft Kunst” erschienen. Herausgegeben von Anja Besand handelt er vom Verhältnis zwischen politischer und kultureller Bildung.
Wenn Christo den Deutschen Reichstag verhüllt, ist das dann Kunst oder Politik? Die bebilderte und schrill gestaltete Aufsatz-Sammlung behandelt die Frage, wie gut Kunst und Politik auch in Bildungsprozessen zusammenpassen. Es werden Gemeinsamkeiten und Kooperationen gezeigt, aber auch Gegensätze und Kontroversen.
Am Dienstag habe ich (mit iRights.info und dem Alexander-Verlag) das Buch „No Copyright“ von Joost Smiers und Marieke van Schejndel vorgestellt. Joost Smiers diskutierte mit Leonhard Dobusch und dem Publikum, ob wir wirklich Urheberrecht brauchen, um unsere Kulturproduktion zu organisieren.
Pit Schultz von Reboot.fm hat dankenswerterweise die Diskussion aufgezeichnet und uns zur Verfügung gestellt.